{"id":3064,"date":"2024-10-29T15:15:56","date_gmt":"2024-10-29T14:15:56","guid":{"rendered":"https:\/\/fair-rhein.de\/geldern\/?p=3064"},"modified":"2024-10-29T15:18:27","modified_gmt":"2024-10-29T14:18:27","slug":"bericht-ueber-den-vortrag-in-der-vhs-zur-klimagerechtigekit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/fair-rhein.de\/geldern\/bericht-ueber-den-vortrag-in-der-vhs-zur-klimagerechtigekit\/","title":{"rendered":"Bericht \u00fcber den Vortrag in der VHS zur Klimagerechtigkeit"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-3065\" src=\"https:\/\/fair-rhein.de\/geldern\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2024\/10\/P1156523b-300x241.jpg\" alt=\"\" width=\"341\" height=\"274\" srcset=\"https:\/\/fair-rhein.de\/geldern\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2024\/10\/P1156523b-300x241.jpg 300w, https:\/\/fair-rhein.de\/geldern\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2024\/10\/P1156523b-1024x822.jpg 1024w, https:\/\/fair-rhein.de\/geldern\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2024\/10\/P1156523b-768x616.jpg 768w, https:\/\/fair-rhein.de\/geldern\/wp-content\/uploads\/sites\/3\/2024\/10\/P1156523b.jpg 1200w\" sizes=\"auto, (max-width: 341px) 100vw, 341px\" \/> Foto \u00a9Manfred Austrup<\/p>\n<p>Bei Frank Herrmann (Mitte) f\u00fcr den fundierten Vortrag bedanken sich Karl-Heinz Pasing vom Weltladen und Sonja Vieten, Leiterin der VHS Gelderland.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><strong>VHS Gelderland<\/strong><\/p>\n<h2>\u201eGlobale Klimagerechtigkeit \u2013 Arm gegen Reich?\u201c<\/h2>\n<h4><strong><br \/>\n<\/strong><strong>Vortrag von Frank Herrmann<\/strong><\/h4>\n<p>Zu einem Vortragsveranstaltung hatte die VHS in Zusammenarbeit mit dem Weltladen und der Fairtrade-Stadt Geldern eingeladen. Zu Gast war Frank Herrmann, Journalist, Buchautor und renommierter Kenner des Fairen Handels.<\/p>\n<p>Frank Herrmann begann seinen Vortrag mit der eigenen Biografie und der Beschreibung der Kleinbauern in einem Dorf in Guatemala, in dem er \u00fcber viele Jahre gelebt und die Arbeit der Kaffeeanbauer erlebt hat. Dort hat er wirkliche Armut kennen gelernt, die im Gegensatz zu den wirtschaftlich starken L\u00e4ndern der Industrienationen dadurch gekennzeichnet ist, dass neben dem geringen Lohn der Zugang zur Bildung und Medizin nicht existiert. Die <strong>Lage der Kleinb\u00e4uerinnen und Kleinbauern<\/strong> im globalen S\u00fcden ist generell gepr\u00e4gt von einer existenzbedrohenden Abh\u00e4ngigkeit von Weltmarktpreisen und Armut, die es mit sich bringen, dass vielfach Kinder mitarbeiten m\u00fcssen. \u201eHungernde Kleinbauern ern\u00e4hren die Welt\u201c lautet denn auch die resignierende Beschreibung der Situation. Der Anteil der Kleinbauern, der Zugang zum fairen Handel und damit zu gerechteren Preisen f\u00fcr seine Produkte hat, liegt bei etwa nur einem Prozent.<\/p>\n<p>Nun kommt der <strong>menschengemachte Klimawandel<\/strong> dazu. Schon 1979, also vor 45 Jahren, wurden auf einer ersten Klimakonferenz die Auswirkungen der steigenden Treibhausgasemissionen und die Folgen der Erderw\u00e4rmung eindr\u00fccklich beschrieben. In anschaulichen Grafiken erl\u00e4uterte Frank Herrmann die CO<sub>2<\/sub>-Emissionen weltweit. Zu betrachten ist der CO<sub>2<\/sub>-Aussto\u00df pro Person und da liegt Deutschland wie viele Industrienationen unter den Top Ten. Die \u00c4rmsten 50 % auf der Welt sind nur f\u00fcr 8 % der Emissionen verantwortlich. Das reichste Prozent verursacht so viele Treibhausgase wie die \u00e4rmeren zwei Drittel der Weltbev\u00f6lkerung. Die <strong>Auswirkungen des Klimawandels<\/strong>\u00a0 auf die Kleinbauern sind fatal. \u00dcberschwemmungen, Wirbelst\u00fcrme, steigende Temperaturen f\u00fchren zu gigantischen Sch\u00e4den und damit zu existenziellen N\u00f6ten. In einer Prognose f\u00fcr 2050\u00a0 wird gezeigt, dass die f\u00fcr Temperaturschwankungen empfindliche Kaffeepflanze in vielen heutigen Gebieten nicht mehr angebaut werden kann. Hinzu kommt, dass die Kleinbauern des globalen S\u00fcdens keine Subventionen, keine Entsch\u00e4digungen und meist keine k\u00fcnstliche Bew\u00e4sserung bekommen.<\/p>\n<p>Die <strong>Anpassung an den Klimawandel <\/strong>k\u00f6nnen die Kleinbauern nur zum Teil durchf\u00fchren: Bioanbau (ohne energieintensiven D\u00fcnger), Kombination von modernen und traditionellen Anbautechniken (z. B. Wasserkan\u00e4le), resistente und standortgerechte Sorten und Unterst\u00fctzung durch den fairen Handel. Es wird davon auszugehen sein, dass der Klimawandel zum Hauptfluchtgrund f\u00fcr viele Menschen wird, so Ant\u00f3nio Guterres, ehemaliger Fl\u00fcchtlingskommissar und jetziger Generalsekret\u00e4r der Vereinten Nationen.<\/p>\n<p>Die <strong>Klimagerechtigkeit <\/strong>sei in erster Linie ein ethisches Problem, so Frank Herrmann. Im Bewusstsein aller handelnden Akteure und aller Mitglieder einer humanen Gesellschaft muss eines vorhanden sein, n\u00e4mlich dass Menschen menschenw\u00fcrdig leben k\u00f6nnen.<br \/>\nInzwischen wehren sich immer mehr Kleinbauern gegen die Verursacher der Klimakrise. Mit Klagen z. B. gegen RWE oder Regierungen wird konkret Klimaschutz eingefordert.<\/p>\n<p><strong>Was muss geschehen? <\/strong>Auf diese Frage hin sind Politik, Unternehmen und die Gesellschaft gefordert. Die Politik sollte z. B. Subventionen \u00f6kologisch ausrichten, die Unternehmen ehrlich sein, kein Greenwashing betreiben, mehr Steuern zahlen, wir als Gesellschaft uns vernetzen und \u201eeine Macht der kritischen Masse\u201c bilden, wie es Frank Herrmann formuliert. Pessimismus sei nicht angesagt, auch wenn wir in Zukunft etwas von unserem Lebensstandard abgeben m\u00fcssen. Die Demokratie f\u00f6rdern, eine Haltung erzeugen und pers\u00f6nliche Verantwortung im eigenen Umfeld wahrnehmen, muss das gesellschaftliche Ziel sein.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Foto \u00a9Manfred Austrup Bei Frank Herrmann (Mitte) f\u00fcr den fundierten Vortrag bedanken sich Karl-Heinz Pasing vom Weltladen und Sonja Vieten,&hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":25,"featured_media":3065,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[6],"tags":[],"class_list":["post-3064","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-neuigkeiten","category-6","description-off"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/fair-rhein.de\/geldern\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3064","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/fair-rhein.de\/geldern\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/fair-rhein.de\/geldern\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/fair-rhein.de\/geldern\/wp-json\/wp\/v2\/users\/25"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/fair-rhein.de\/geldern\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3064"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/fair-rhein.de\/geldern\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3064\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3068,"href":"https:\/\/fair-rhein.de\/geldern\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3064\/revisions\/3068"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/fair-rhein.de\/geldern\/wp-json\/wp\/v2\/media\/3065"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/fair-rhein.de\/geldern\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3064"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/fair-rhein.de\/geldern\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3064"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/fair-rhein.de\/geldern\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3064"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}