Fairer Handel

Der Faire Handel ist eine internationale Bewegung für mehr Gerechtigkeit im Welthandel. Er ist eine Handelspartnerschaft, die auf Dialog, Transparenz und Respekt beruht. So bekommen die Produzenten eine faire Chance, ihre wirtschaftliche und soziale Existenz dauerhaft zu sichern. Es geht um gute Produkte zu fairen Preisen, die Produzenten ein Leben in Würde sowie Investitionen in die Zukunft ermöglichen.

Fair gehandelte Produkte gibt es in den Weltläden ebenso wie in Supermärkten, Kantinen und Cafés. Immer mehr konventionelle Anbieter werben mit Fairness und bezeichnen ihre Produkte als nachhaltig. Aber sind sie deshalb auch Teil des Fairen Handels?

Fairer Handel im Weltladen

Viele Produkte unseres täglichen Bedarfs kommen aus Ländern des globalen Südens: Der Kaffee oder Tee zum Frühstück, die Banane in der Mittagspause.
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Die im Weltladen angebotenen Produkte sind teilweise ein wenig teurer als die Konkurrenz im Supermarkt, aber mit dem höheren Verkaufserlös werden die Kooperativen und Genossenschaften der Kleinbauern überall in der Welt unterstützt. Zudem engagieren sich MitarbeiterInnen im Weltladen ehrenamtlich; mit den Überschüssen aus den Warenverkäufen des Weltladens können so – im Gegensatz zu den fair gehandelten Produkten im Supermarkt – verschiedene Projekte unterstützt werden und Investitionen in den Fairen Handel getätigt werden.

Warum Fairer Handel?

Fairer Handel ist eine internationale Bewegung für mehr Gerechtigkeit im Welthandel. + mehr

Viele Menschen im globalen Süden arbeiten unter unwürdigen Bedingungen und erhalten für ihre Produkte so niedrige Preise, dass nicht einmal die Herstellungskosten gedeckt sind. Die Existenz von unzähligen Kleinbauern- und Arbeiterfamilien ist bedroht. Für sie setzt sich der Faire Handel ein. Durch langfristige Geschäftsbeziehungen, stabile Abnahmepreise und Abnahmemengen können auch kleinere Unternehmen planen, wirtschaften und ihre Existenz langfristig sichern.

Fairer Handel schützt Kinderrechte, fördert die Gleichstellung der Geschlechter und hilft, Existenzen zu sichern – vor allem im Süden, aber auch im Norden. Weil im fairen Handel auf nachhaltige Produkte Wert gelegt wird, gibt es in der Produktion kaum Verwendung von giftigen Pestiziden und keinen Einsatz von Gentechnik. Das Grundwasser wird nicht geschädigt. Mit der Fairtrade – Prämie und Mikrokrediten werden Investitionen der Produzenten vor Ort ermöglicht. Hierdurch können sie die eigene Wertschöpfung erhöhen und ihren Lebensstandard verbessern. Die erhöhten Einkommen ermöglichen es, dass Kinder zur Schule gehen können. Auch im Gesundheitsbereich trägt fairer Handel zur Verbesserung der Lebenssituation der Produzenten bei.

Eine wichtige Funktion des Fairen Handels ist die Informationsarbeit und die Unterstützung von politischen Kampagnen wie zum Lieferkettengesetz oder zur Klimagerechtigkeit.

Es gibt eine umfangreiche Studie, die die positive Wirkung des Fairen Handels belegt. (PDF)

WDR 5 hat einen wirklich guten Beitrag zum Thema fairer Handel gemacht, den wir Ihnen weiterempfehlen möchten!

Den Beitrag finden Sie hier.

Grundsätze des Fairen Handels

Im Jahre 2009 wurde eine Grundsatz-Charta für den Fairen Handel erstellt. Die wichtigsten Punkte sind: + mehr

  • Marktzugang auch für kleine Betriebe
  • langfristige, transparente und partnerschaftliche Handelsbeziehungen
  • faire Preise, die Produktions- und Lebenshaltungskosten decken
  • Stärkung der Rechte von ArbeiterInnen und Kleinbauern
  • Sicherung der Rechte von Kindern und Frauen
  • Umweltschutz durch Bioprodukte
  • Bildungs- und politische Kampagnenarbeit
  • Überprüfungsmechanismen zur Einhaltung der Kriterien

Ein Poster mit den Grundsätzen finden Sie hier.

Die Konvention der Weltläden (PDF) ist gemäß der Satzung des Weltladen-Dachverbandes für die Mitglieder des Weltladen-Dachverbandes verbindlich und dient als Grundlage ihrer Arbeit. Auch der Weltladen Moers hat sich auf diese Konvention verpflichtet. Sie definiert den Fairen Handel der Weltläden und die Ansprüche an alle, die an diesem Handel beteiligt sind,

  1. Weltläden,
  2. von den Weltläden anerkannte Importeure und
  3. Produzent/innen, ihre Zusammenschlüsse und Vermarktungsorganisationen.

Verbände des Fairen Handels

Im Fairen Handel haben sich im Laufe der Zeit mehrere Verbände gebildet, die als gemeinsame Dachorganisationen die Arbeit der Weltläden und der Eine Weltgruppen mit Lobbyarbeit und Bildungsmaterialien stützen und in der Öffentlichkeit koordinieren.  + mehr

Die Verbände

Ausführliche Informationen und eine große Material-Datenbank für die Bildungsarbeit im Fairen Handel finden Sie beim Forum Fairer Handel. Das FFH wurde 2002 als Verein gegründet, um insbesondere die politische Arbeit der Fair-Handels-Bewegung zu stärken. Entsprechend versteht sich das Forum als politische Stimme des Fairen Handels in Deutschland. Das FFH ist in den Bereichen Öffentlichkeitsarbeit, Bildung, Kampagnen- und Lobbyarbeit tätig.

 

Vollmitglieder sind:

Der FAIR BAND vertritt rund 40 kleine und mittlere Importeure in Deutschland, die in allen Bereichen des Fairen Handels aktiv sind.

 

 

 

Der Weltladen-Dachverband ist die Interessensvertretung der Weltläden in Deutschland. Es geht einerseits darum, die Weltläden so gut wie möglich bei ihrer Arbeit zu unterstützen. Also mit Beratung und Materialien für den Verkauf, die politische Arbeit und die Bildungsarbeit. Andererseits will der Dachverband gemeinsame Stimme und Sprachrohr für die Anliegen der Weltläden sein – gegenüber Medien, Politik, anderen zivilgesellschaftlichen Organisationen und gegenüber den Bürger*innen. Der Weltladen Moers ist Mitglied des Weltladen-Dachverbandes.

Die World Fair Trade Organization (WFTO) ist ein globales Netzwerk von Organisationen des Fairen Handels aus über 70 Ländern. Die Mitglieder sind Produzenten-Kooperativen und -Vereinigungen, Export-Gesellschaften, Importeure, Einzelhändler, nationale und regionale Fair-Trade-Netzwerke und Finanzinstitutionen, die der Fair-Trade-Bewegung angehören. Die WFTO repräsentiert demnach die gesamte Handelskette, vom Rohstoff über das Produkt bis hin zum Verkauf. Das Ziel der Organisation ist, die soziale Situation benachteiligter Produzenten zu verbessern, die Zusammenarbeit von Organisationen des fairen Handels zu fördern und sich für eine größere Gerechtigkeit im Welthandel einzusetzen.

Importeure des Fairen Handels

Als Importeure des Fairen Handels bezeichnen wir Unternehmen, die überwiegend Produkte aus dem globalen Süden nach Deutschland importieren und durch die WFTO oder den Weltladen-Dachverband zertifiziert worden sind. Der Vertrieb dieser Unternehmen erfolgt überwiegend über die Weltläden in Deutschland.  + mehr

Wichtige Importeure sind:

Contigo ist ein Fair-Handels-Unternehmen, das einerseits Produkte aus dem globalen Süden importiert und andererseits diese Produkte mit über 20 Läden in vielen größeren Städten in Deutschland direkt vertreibt. Zugleich ist Contigo Mitglied des Weltladen-Dachverbandes, so dass diese Produkte auch in vielen Weltläden zu finden sind.

 

El Puente wurde 1972 gegründet und beschreibt seine Arbeit als partnerschaftlichen Handel mit den Ländern des Globalen Südens. EL PUENTE arbeitet mit mehr als 140 Kleinbetrieben und Kooperativen in Afrika, Asien und Lateinamerika zusammen. Die Fair-Handels-Organisation eröffnet benachteiligten Produzenten den Zugang zu Märkten und fördert und unterstützt sie mit vielfältigen Maßnahmen. Gleichzeitig bietet sie Verbrauchern eine breite und attraktive Palette fair gehandelter Produkte. Das umfangreiche Sortiment an Kunsthandwerks- und Lebensmittelprodukten wird in erster Linie über Weltläden und den eigenen Online-Shop vertrieben.

 

Die GEPA  arbeitet als größte europäische Fair-Handels-Organisation mit mehr als 144 Genossenschaften, sozial engagierten Privatbetrieben und Vermarktungsorganisationen in Afrika, Asien, Lateinamerika und auch in Europa zusammen. Von ihnen bezieht die GEPA zu fairen Preisen und Handelsbedingungen ein breites Sortiment an Lebensmitteln, Handwerksprodukten und Textilien. Sie unterstützt die Partner z. B. durch Beratung zur Produktentwicklung und zu Vermarktungsfragen sowie beim ökologischen Anbau. GEPA-Produkte werden in Weltläden, in vielen Supermärkten und Bioläden sowie im eigenen Online-Shop angeboten. Mit dem fair+ Zeichen in Kombination mit dem GEPA-Logo auf ihren Verpackungen zeigt die GEPA, dass sie in vielen Bereichen über die internationalen Standards des Fairen Handels hinausgeht.

 

Seit über 50 Jahren arbeitet GLOBO  nach den Prinzipien des Fairen Handels. Als Spezialist für Kunsthandwerk bietet GLOBO mehr als 2.000 Artikel aus Afrika, Asien und Lateinamerika an. Durch die Bezahlung fairer Preise für ihre Ware, den Aufbau langfristiger Handelsbeziehungen und den Respekt vor selbstbestimmten, traditionellen Arbeitsweisen bekommen die Produzent*innen die Möglichkeit, sich gegen soziale und wirtschaftliche Ausbeutung zu wehren und für ihre Rechte und die Wahrung ihrer Identität einzustehen.

 

Weltpartner mit Sitz in Ravensburg ist seit 1988 eines der führenden Fair-Trade-Unternehmen in Deutschland. Rund 50.000 Familien, organisiert in 60 Produzentengruppen in weltweit 40 Ländern, profitieren von persönlichen Direktkontakten und der Zahlung fairer Preise für ihre Produkte. Diese partnerschaftliche Zusammenarbeit bringt überzeugend hochwertige, oft einzigartige Produkte hervor. Das Sortiment umfasst über 1.000 Kunsthandwerks- und etwa 550 Lebensmittelprodukte – zumeist in kontrollierter Bio-Qualität und vielfach Naturland Fair zertifiziert, wie z. B. Kaffee, Tee, Gewürze, Feinkost, Mango-Produkte und viele andere Leckereien. Neben den täglichen Handelsaktivitäten engagiert sich WeltPartner zusammen mit zahlreichen Partnern in öffentlichkeitswirksamen Kampagnen und in den Netzwerken des Fairen Handels.

Weitere Unternehmen finden sich im Lieferantenkatalog des Weltladen-Dachverbandes . Diese Unternehmen haben sich verpflichtet, die Konventionen der Weltläden (PDF) zu erfüllen.

Siegel im Fairen Handel

Im Fairen Handel gibt es zwei Wege, auf denen Produkte als fair gekennzeichnet werden. Dies sind zum einen die Unternehmenszertifizierung und zum anderen die Produktzertifizierung. Man spricht auch von den zwei Wegen des Fairen Handels.  + mehr

Siegel im Fairen Handel

Die Fair-Handels-Unternehmen wie die Gepa oder El Puente betreiben zu 100 % Fairen Handel, d. h., ihr Geschäftszweck ist darauf ausgerichtet, mit jeweils angepassten Instrumenten die Produzentenpartner zu stärken, damit sie auf dem Markt bestehen können. Menschen und Umwelt stehen dabei vor dem Profit. Ihr Geschäftszweck ist darauf ausgerichtet, die Handelspartner zu stärken und die internationalen Kriterien des Fairen Handels umzusetzen. Fair-Handels-Unternehmen pflegen in der Regel direkte partnerschaftliche Beziehungen zu ihren Handelspartnern. Im Fokus steht die Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen der Produzenten.

Fair-Handels-Unternehmen mit einer integrierten Lieferkette führen als Siegel das Label der WFTO oder des Weltladen-Dachverbandes.

 

Über den Weg der Produktzertifizierung ist es auch anderen Unternehmen möglich, fair gehandelte Produkte zu importieren, zu verarbeiten und zu vertreiben. Sie vertreiben einzelne Produkte ihres Sortiments nach den Kriterien eines Fair-Handels-Standards. Diese Produkte können sie dann mit dem entsprechenden Siegel kennzeichnen. Viele konventionelle Unternehmen verfügen heute über eine faire Produktlinie. Häufig kaufen sie die Produkte von einem Zwischenhändler, der diese zu den in den Standards festgeschriebenen, fairen Handelsbedingungen von einer zertifizierten Kooperative kauft. Die Unternehmen verarbeiten den Rohstoff dann weiter und vertreiben ihn mit einem Fair-Handels-Siegel im Einzelhandel, vorwiegend in Supermärkten. Über 90 % des in etwa bei 2 Milliarden Euro liegenden Umsatzes in Deutschland mit fair zertifizierten Produkten werden über Produktsiegel abgewickelt.

Das Fairtrade-Siegel bedeutet für die Produzenten

  • einen Mindestpreis, der die Kosten einer nachhaltigen Produktion deckt, als Sicherheitsnetz gegen Preisschwankungen auf dem Weltmarkt;
  • eine zusätzliche Fairtrade-Prämie. Sie ist ein finanzieller Aufschlag für Gemeinschaftsprojekte. Produzenten entscheiden selbstständig und gemeinschaftlich, in welche Projekte sie investieren wollen – beispielsweise in Schulen, Gesundheit oder Infrastrukturprojekte;
  • bei ökologisch angebauten Produkten einen Bio-Aufschlag;
  • Handelsbeziehungen, die ihnen eine langfristige Planung und nachhaltige Anbaupraktiken ermöglichen;
  • Vorfinanzierung der Ernten, wenn dies von den Produzenten gewünscht wird;
  • Training und Beratung durch die Fairtrade-Produzentennetzwerke, um starke Organisationen auf- und ihre Professionalisierung auszubauen.

Fair for Life ist ein Zertifizierungsprogramm für fairen Handel in Landwirtschaft, Produktion und Handel. Es wurde 2006 von der Schweizer Bio-Stiftung in Zusammenarbeit mit der IMO-Gruppe gegründet und 2014 von der Ecocert-Gruppe übernommen, um einer spezifischen Nachfrage von Interessengruppen des ökologischen Landbaus gerecht zu werden. Das Label fördert ein Lieferketten-Geschäftsmodell, das auf die Widerstandsfähigkeit jedes einzelnen Glieds abzielt . Die Fair for Life-Zertifizierung ist ein Instrument, das die Aufwertung und den Schutz vorbildlicher Lieferketten ermöglicht , in denen sich Stakeholder für verantwortungsvolles Handeln durch die Umsetzung guter wirtschaftlicher, sozialer und ökologischer Praktiken entschieden haben. Durch die Einhaltung des durch die Fair for Life-Zertifizierung definierten Rahmens können Produzenten, Verarbeiter und Markeninhaber ihre Verkäufe und Lieferungen sichern , dank Instrumenten wie langfristigen Verträgen , die feste Preise und Mengen beinhalten, und durch den Aufbau einer echten Partnerschaft zwischen ihnen.

Die Naturland Fair Richtlinien sind 2010 in Zusammenarbeit mit Fair-Handelsorganisationen und engagierten Unternehmen entstanden und basieren auf der Internationalen Charta für Fairen Handel.

Die Basis von Naturland Fair ist immer die Naturland Zertifizierung mit den Vorgaben zum ökologischen Anbau und sozialen Aspekten wie gerechte Arbeitsbedingungen, Verbot von Kinderarbeit und Einhaltung der Menschenrechte. Naturland Fair ist eine zusätzliche Zertifizierung für Naturland Partner und Mitglieder, die die Prinzipien des Fairen Handels noch mit einschließt.

 

Seit 1987 bezieht das Naturkost-Unternehmen Rapunzel Rohstoffe wie Kakao und Vollrohrzucker aus aller Welt. 1992 wurde das HAND IN HAND-Fairhandels-Programm (HIH) ins Leben gerufen. Dabei stehen die Qualität der Zusammenarbeit mit Produzenten und Produzentinnen aus Ländern des Globalen Südens und die Qualität der dort angebauten Erzeugnisse im Vordergrund.

Das firmeneigene HAND IN HAND-Siegel findet sich auf der Vorderseite aller Rapunzel Produkte, deren Rohstoffe zu mehr als 50% von HAND IN HAND-Partnern stammen, also zertifiziert fair gehandelt werden. Über 130 Rapunzel Produkte tragen inzwischen das HAND IN HAND-Siegel. Die vertrauensvolle Zusammenarbeit über viele Jahre, der ständige Austausch sowie persönliche Besuche garantieren die hochwertige Produkt-Qualität. Unabhängige Inspektoren und Inspektorinnen sichern durch regelmäßige Kontrollen die Qualität zusätzlich ab.

Besonderheiten bei Fairer Kleidung

Im Textilmarkt haben sich im Laufe der Zeit eigene Kennzeichnungen für nachhaltige und fair produzierte Kleidung entwickelt. Neben den Kennzeichnungen durch den Weltladen-Dachverband und die WFTO sind die folgenden Siegel, die es auch im normalen Einzelhandel gibt, von besonderer Bedeutung:

Der Global Organic Textile Standard (GOTS) ist der weltweite Standard für die Verarbeitung von Textilien aus zertifiziert biologisch erzeugten Fasern. Er definiert vor allem umwelttechnische, aber auch soziale Kriterien, die eine nachhaltige Textilproduktion ermöglichen sollen. Dabei wird die gesamte Produktionskette von der Produktion von Rohfasern über die Herstellung und Weiterverarbeitung der Stoffe und Kleidungsstücke bis hin zur Kennzeichnung für Endverbraucher berücksichtigt. Durch die Zertifizierung aller beteiligten Produktionsstätten und Betriebe wird sichergestellt, dass alle Produktionsschritte den Aspekt der Nachhaltigkeit berücksichtigen. Mit GOTS alleine ist noch keine Produktion der Textilien nach den Grundsätzen des fairen Handels sichergestellt. Es muss noch eine Fairtrade-Zertifizierung hinzutreten.

Der Standard des Internationalen Verbands der Naturtextilwirtschaft (IVN) ist derzeit der strengste der Branche. Für die gesamte Lieferkette vom Anbau der Fasern bis zum Endprodukt sind alle gefährlichen und giftigen Chemikalien verboten. Für Anbau und Verarbeitung definiert der IVN strenge Sozialstandards.

Auch für Leder hat der IVN die strengsten Kriterien der Branche entwickelt. Für IVN-zertifiziertes Naturleder sollen nur als Nebenprodukt der Fleischgewinnung anfallende Tierhäute verarbeitet werden. Die Hersteller müssen ihr Abwasser gründlich reinigen, Chromgerbung ist nicht erlaubt, Farbstoffe müssen schwermetallfrei und möglichst pflanzlich sein.

Die Fair Wear Foundation  setzt sich sehr glaubwürdig für eine Verbesserung der sozialen Bedingungen in der Textilindustrie und existenzsichernde Löhne ein. Si e formuliert Richtlinien, führt Kontrollen durch und berichtet transparent und regelmäßig über die Fortschritte ihrer Mitgliedsunternehmen.

Rund 80 Unternehmen mit insgesamt über 120 Marken sind Mitglieder in der Fair Wear Foundation (FWF), darunter öko-faire Marken wie Madnes, Hess Natur, Grüne Erde, HempAge oder Nudie Jeans, aber auch konventionelle Hersteller wie zum Beispiel Blutsgeschwister, Takko, Vaude und Jack Wolfskin. Das Label ist allerdings nur unter bestimmten Bedingungen an Kleidung zu finden: Das jeweilige Unternehmen muss länger als ein Jahr Mitglied und in die höchste Kategorie als „Leader“ eingestuft sein, d. h. alle Anforderungen an faire Arbeitsbedingungen weitestgehend erfüllen.

fairtont. Der Weltladen-Podcast

Fair was?! – fairtont. Also Fairer Handel für die Ohren. Weltläden sind Fachgeschäfte für Fairen Handel und haben viel zu bieten. Davon erzählen Euch Annalena und Solveig in diesem Podcast. + mehr

Podcast-Liebhaber und interessierte Menschen erwarten spannende Themen aus der Weltladen-Welt. Annalena und Solveig sprechen über Kaffee aus Fairem Handel, Textilien und Fair Fashion, die Klimakrise und weitere interessante Themen. Außerdem gibt es Interviews mit spannenden Gästen.

Den Podcast findet Ihr beim Weltladen-Dachverband, aber auch auf Spotify, auf Apple-Podcast oder deezer.

Ausführliche Informationen und eine große Material-Datenbank für die Bildungsarbeit im Fairen Handel finden Sie beim Forum Fairer Handel.