Schwester Denise, Koordinatorin des Projektes und Präsidentin der Dachorgansiation SoliVida (Solidarität und Leben), war zu Besuch des Eine-Welt-Vereins in Geldern. Verein und Weltladen unterstützen das von Schwester Aurieta (heute 87 Jahre!) 1982 ins Leben gerufene Projekt mit regelmäßigen Spenden von Anfang an.

Das unter dem „Aktionskreis Pater Beda für Entwicklungsarbeit e.V.“ geführte Projekt Turma do Flau engagiert sich in der Kinder- und Jugendarbeit in einem Stadtteil von Recife, der geprägt ist von großer  Armut, hoher Bevölkerungsdichte und Kriminalität und der Bedrohung von Investoren und Drogenbossen, die dieses Gebiet unter ihre Kontrolle bekommen wollen.

Schwester Denise, von Beginn des Projektes dabei, gab im Pfarrheim von MM einen hochinteressanten Einblick in Struktur, Organisation und praktischer Arbeit mit 100 Kindern und Jugendlichen (6-17 Jahre) in dem Bildungszentrum, das sich zur Aufgabe gemacht hat, benachteiligte Kinder und Jugendliche zu stärken und zu fördern. Turma do Flau bietet eine Plattform und einen Schutzraum für Kinder, die von Hunger, Armut, Ausgrenzung, Rassismus, Gewalt und Missbrauch, Kriminalität und Perspektivlosigkeit betroffen sind.
Der Anfang des Projektes war 1982 die Produktion und der Verkauf von Eis am Stiel, mit dem sich die Kinder etwas Geld verdienen konnten. Inzwischen steht die Bildung und Förderung der Kinder zu einem selbstbestimmten Leben im Mittelpunkt. Lernen für Leben und die Schöpfung steht im Vordergrund.
So gibt es einen Garten außerhalb der Stadt zur Bewirtschaftung (Gemüseanbau). Die Kinder lernen im Kontakt mit der Natur die Lebensmittel für den täglichen Bedarf kennen und dami die Wertschätzung für die Schöpfung.
Die Versorgung (zwei Mahlzeiten pro Tag) wird daneben durch Spenden und auch staatlicherseits bewerkstelligt, indem von ländlichen Erzeugerbetrieben Nahrungsmittel aufgekauft und als „Nahrungsbank“ zur Verfügung gestellt werden. Damit kann zusätzlich eine solidarische Suppenküche für Bedürftige, Gestrandete, Arbeits- und Obdachlose bereit gestellt werden.
Bildungsmäßig werden die Kinder, die vor- oder nachmittags in die reguläre Schule gehen, durch Informatik- und Musikunterricht (mit kulturellem Bezug zur Region) gefördert.
Weiterhin führt Turma do Flau Projekte zur Ferienbetreuung, Theaterwerkstatt und Gefängnisarbeit durch.

Als Ziel gilt es für die Kinder und Jugendlichen zu erreichen, dass sie so weit geführt werden, dass sie sich die „Zufriedenheit und Freude (trotz ihre schwierigen Biografie) nicht nehmen lassen“.
Der Einsatz für Kinderrechte und die Stärkung des Selbstwertgefühls trägt Früchte, weil viele ehemalige Betreute später als gestandene Männer und Frauen das Projekt umfassend unterstützen.

Im Geiste des Gründers des Arbeitskreise Pater Beda arbeitet Turma do Flau mit der heute noch immer unermüdliche Schwester Aurieta an der Aufrechterhaltung der Menschenwürde jedes Kindes und der Umsetzung des Leitspruchs: „Gerechtigkeit und Gleichheit für alle!“

Der Abend mit Schwester Denise und Frauke Löpmeyer von SoliVida, die die Ausführungen aus dem Portugiesischen übersetzte, zeigte deutlich, wie gut und richtig unsere Spendengelder eingesetzt werden.