Der Weltgarten – Interaktives Lernen mit Spaß

Der Weltgarten ist eine multimediale, interaktive Ausstellung zum Themenkreis „Globale Nachhaltigkeit“ und „Fairer Handel“. Herz des Weltgartens ist ein großes weißes Kuppelzelt mit einem Durchmesser von 10 Metern und einer Höhe von 5 Metern. Drinnen und draußen im Außengelände gibt es viel zu entdecken. Es gibt vielfältige Lernstationen, an denen man sich überwiegend spielerisch mit Fragen der Weltentwicklung und der globalen Zusammenhänge befassen kann. Es geht darum, was man selber tun kann und auch was politisch geschehen sollte, um die Welt gerechter und ökologisch nachhaltiger zu gestalten. Im Hintergrund stehen die Ziele der Vereinten Nationen für eine nachhaltige Entwicklung (SDG) und die Grundsätze des Fairen Handels, die das Leitbild unseres Vereins zur Förderung des fairen Handel(n)s am Niederrhein (fair|rhein) sind. Um eine angenehme und gelassene Atmosphäre zu unterstützen, gibt es im Weltgarten ein kleines Cafe, in dem Kaffee, Tee und andere Getränke aus dem Fairen Handel angeboten werden.

Der Weltgarten feiert ein kleines Jubiläum

„Erfunden“ wurde der Weltgarten vom Eine Welt Netz NRW. Dort wurde das Zelt mit seinen Lernobjekten zusammen mit Eine Welt Gruppen entwickelt und erstmals auf der Landesgartenschau in Leverkusen im Jahr 2005 aufgebaut. Der Weltgarten wird im Jahr 2020 also 15 Jahre alt. Seit der ersten Präsentation wird die Ausstellung immer wieder auf Gartenschauen oder in Zoos gezeigt. Mittlerweile haben über 5 Mio. Besucher den Weltgarten kennengelernt.

An den ersten Weltgarten von 2005 erinnern heute vor allem noch das weiße Kuppelzelt
und einige Lernstationen wie das „Globarium“, aus dem man wie aus einem Brunnen Antworten zu Fragen rund um die Globalisierung angeln kann. An jedem neuen Ausstellungsort wurde der Weltgarten aktualisiert und an die örtlichen Verhältnisse angepasst. Auch wir haben uns einige neue Stationen ausgedacht.

Mehr zur Geschichte des Weltgartens findet Ihr hier. 

Was haben wir damit zu tun?

Träger des Weltgartens ist unverändert das Eine Welt Netz NRW. Doch vor Ort bedarf es eines Betreibers, der möglichst viele Ehrenamtliche einbinden kann. Denn der Weltgarten beruht auf der Idee, dass die Ausstellung den Besuchern durch Ehrenamtliche präsentiert wird. Bei jeder Präsentation bringen Initiativen im und am Zelt ihre Projekte und Themen ein. Sie verkaufen Produkte, machen Aktionen und werben für Engagement. Ehrenamtliche Helfer sind außerdem als Ansprechpartner und Aufsicht immer im Weltgarten dabei.

Für das Jahr 2020 bot sich an, den Weltgarten auf der Landesgartenschau in Kamp-Lintfort zu zeigen. Weil der fair|rhein seit vielen Jahren im Fairen Handel und in der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit aktiv ist, ein Netzwerk für den Fairen Handel am Niederrhein aufgebaut hat und zudem in Kamp-Lintfort sitzt, wurden wir vom Eine Welt Netz im Jahr 2018 angesprochen, ob wir die Aufgabe des Betreibers übernehmen möchten.

Für unseren kleinen Verein ist das ein Riesenprojekt. Wir haben uns schon vorher gründlich informiert. Wir waren im Zoo in Nordhorn und haben dort den Weltgarten besichtigt. Wir haben uns über die Modalitäten der Finanzierung informiert. Und wir haben mit den Verantwortlichen der Landesgartenschau zusammengesetzt, um die Handlungsmöglichkeiten zu klären.

Wir sehen im Weltgarten eine einmalige Gelegenheit, den Menschen am Niederrhein die Ideen des Fairen Handels und des nachhaltigen Handelns nahe zu bringen. Deshalb haben wir uns getraut und Anfang 2019 den Antrag zur Finanzierung des Projektes bei der Stiftung Umwelt und Entwicklung NRW in Bonn gestellt. Die Stiftung hat das Projekt im Juli vollumfänglich genehmigt und finanziert nun den Löwenanteil. Weiter steht uns Brot für die Welt zur Seite. Und die nötigen Eigenmittel haben wir mit Hilfe der Sparkasse Duisburg und Stellen der evangelischen und katholischen Kirche aufbringen können. Im Sommer konnten wir dann auch den Vertrag mit der Landesgartenschau GmbH unterzeichnen.

Dann waren wir im Organisationsstress. Zunächst einmal galt es unser eigenes Ausstellungsgelände zu planen. Das werden nun gut 600 qm, picke packe voll mit verschiedenen Ausstellungselementen. Vor allem aber galt es, Ehrenamtliche für die Zeit der Ausstellung zu gewinnen und auf ihre Aufgaben vorzubereiten. Weiterhin wird es während der Ausstellung Partner geben, die im Weltgarten ihre eigenen Themen vorstellen, wie etwa die Aktion Medeor, die Kindernothilfe oder Oikocredit. Das war und ist viel Arbeit. Aber wir merkten schon in der Vorbereitungszeit, dass es sich lohnt. Wir haben viele Menschen kennengelernt und viele neue Kontakte gewonnen. Viele haben sich bereit erklärt mitzumachen und der Kreis der neu gewonnenen Ehrenamtlichen wuchs zu einem Team zusammen.

Wer uns helfen möchte, findet alle Informationen unter Mitmachen.

Start mit Hindernissen

Sollen wir oder sollen wir nicht? Diese Frage stellte sich uns Anfang März, nachdem die Einschränkungen im öffentlichen Leben wegen des Corona-Virus auch die Landesgartenschau in Kamp-Lintfort erfasst hatte. Der offizielle Start wurde verschoben und wir fragten uns, ob wir die hohen Kosten für den Aufbau das Zelt verantworten können, wo doch nicht klar war, ob es überhaupt zur Durchführung der Landesgartenschau kommen würde.

Um das Risiko besser einschätzen zu können, haben wir dann den Aufbau zunächst verzögert. Die Verantwortlichen der Landesgartenschau blieben aber konsequent bei ihrer Auffassung, dass die Landesgartenschau stattfinden wird, auch wenn in Bayern und Baden-Württemberg andere Entscheidungen, gegen die dortigen Landesgartenschauen, getroffen wurden. Nach Rücksprache mit der Stiftung Umwelt und Entwicklung haben wir dann unseren Mut zusammengefasst und uns für den Aufbau entschlossen. Die Landesgartenschau eröffnete am 5. Mai und wir waren nur vier Tage später mit unserem Stand fertig. Im Nachhinein eine gute Entscheidung.

Trotz Abstandsregelung und Mund-Nasen-Schutz im Zelt floriert unsere Ausstellung seitdem. Nach einigen Tagen durften wir dann auch das Café eröffnen. Und heute freuen wir uns über hohe Besucherzahlen. Es gibt viele Gespräche und es ist erfreulich, wie sehr sich unsere Besucher auch auf inhaltliche Themen einlassen. Enormes Interesse findet unser spielerischer Zugang zum ökologischen Fußabdruck. Die Hipporoller sind ein guter Einstieg, um über das Thema Wasser und virtuellen Wasserverbrauch zu reden. Bei Kindern beliebt sind das TippyTap, die afrikanische Handwaschvorrichtung, und die Kuh „Fairona“, gestaltet von Schülern des Gymnasiums Rheinkamp in Moers zum Thema Fleischkonsum. Bestaunt werden die Stelen mit dem Thema der Verteilungsgerechtigkeit in der Welt, ebenfalls gestaltet von Rheinkamper Schülern. Und viel Interesse lösen die Hochbeete zum Thema Urban Gardening aus. Am Snack- und Kräuterbeet wird oft über die tollen Geschmäcker der Würz- und Heilkräuter gestaunt. Wir hoffen nun, dass dieses bunte Leben auf dem Stand auch über den ganzen Sommer anhält.

Betrübt sind wir, dass das Grüne Klassenzimmer in Corona-Zeiten noch nicht funktioniert. Alle Exkursionen von Klassen und Kindergärten sind bis zu den Sommerferien abgesagt. Wir versuchen nun mit der Landesgartenschau GmbH ein alternatives offenes Programm aufzubauen und hoffen, auf diesem Wege unser Angebot unter die Leute zu bringen. Was die Zeit nach den Ferien bringt, müssen wir abwarten.

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